Matthias Ludwigs

Mathias LudwigsIn seiner Kindheit faszinierten Matthias Ludwigs weniger feine Verzierungen für aufwendige Torten, sondern viel mehr – wie sollte es bei einem Mann anders sein – allerlei technische Geräte. Sein größter Stolz war damals sein Elektrobaukasten. Einige Jahre später galt sein Hauptaugenmerk dem wahnsinnig tollen Chemiebaukasten. Wie Männer eben sind.
Allein seiner Mutter ist es zu verdanken, dass Matthias heute nicht Techniker oder Elektriker ist, sondern einer der beliebtesten Konditoren Deutschlands. Ein Mann mit dem Händchen für den süßen Zahn.

Schon früh schaute der kleine Matthias seiner Mutter beim Kochen über die Schultern, half bei Kleinigkeiten und zauberte schließlich ein komplettes Menü.
“Damals lobten mich alle, aber ich glaube, wenn ich das Gleiche heute noch einmal zubereiten würde, wäre ich meinen Job los.”, schmunzelt der Patissier und gelernte Koch. Und dennoch entschied er sich für eine Konditorlehre. Eine Entscheidung, die wie sich später rausstellte Gold wert war.
“Die Arbeit in der Küche war am Anfang kein Zuckerschlecken, aber der Spaß ließ alle Strapazen zur Nebensache werde”, meint Ludwigs rückblickend. Lehrjahre sind nun mal keine Herrenjahre und so musste der ambitionierte Lehrling schon bald eine “schwere” Entscheidung treffen.

Der “Revolutionär” Stefan Marquard hatte es ihm angetan. Der Haken an der Sache: Marquard schlug damals sein Lager in Bayern auf, während der junge Ludwigs sein Zuhause in Köln hatte. Doch was tut man nicht alles für den Job. “Es war einfach sehr verlockend, meine Ausbildung war sehr klassisch und einer wie Stefan Marquards konnte einfach frischen Schwung in meinen Werdegang bringen.”, erklärt der Kölner seine Entscheidung gen Süden zu ziehen. So stand er also da, 21 Jahre, gelernte Koch und Konditor, doch vorerst ohne Job und ohne Bleibe. Was tun? Er schmiss sich in Schale (kurze Hose und Sandalen) und stellte sich bei Marquards vor – mit Erfolg.

Für sieben Monate war er für 200 Sitzplätze und die gesamte Patisserie verantwortlich. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Wurf ins kalte Wasser. Doch Matthias Ludwigs biss sich durch: “Es war eine Super- Zeit, der Teamgeist stimmte und ich habe wahnsinnig viel gelernt”, schwärmt der Kölner noch heute von seiner Zeit beim “Revolutionär” Marquards.
Anschließend wollte wohl auch die Bundeswehr mal was Süßes zwischen die Beißer bekommen und somit musste der ambitionierte Konditor seinen Wehrdienst ableisten. “Zum Glück konnte ich weiterhin meine Torten und Teilchen kreieren und hatte jede Menge Freizeit”, schmunzelt Ludwigs.
Im Anschluss an seine Zeit beim “Bund” ging für Ludwigs ein kleiner Traum in Erfüllung. Ihn verschlug es nach Bergisch- Gladbach, wo er die Ehre hatte unter “Chef- Patissier Frederic Guillon sein Können unter Beweis zu stellen.
Noch heute spricht Matthias Ludwigs von diesem Engagement als “prägendste und lehrreichste Zeit in seiner Karriere”.

Hals über Kopf riefen anschließend die sieben Weltmeere nach dem Konditor und Ludwigs verbrachte stolze sieben Monate an Board. “Eine supertolle Erfahrung, die ich jedem wünsche”, schwärmt er noch heute.
Nachdem Ludwigs wieder “an Land” war, drückte er -aus freien Stücken- erneut die Schulbank und zwar in Heidelberg an der Meisterschule für Konditoren. 2005 bestand er mit Bravour die Prüfung, ein wahrer Ritterschlag für Konditoren. Als Meister seines Fachs hat er im Kölner Restaurant “Graugans” die Gäste mit seinen Künsten verwöhnt.
Seit April 2009 ist der wohl “süßeste aller Kölner” Chefpatissier des “TörtchenTörtchen” und verführt die Kunden immer wieder aufs Neue mit seinen ausgefallenen, von klassisch bis modernen Kreationen. Sein langjähriger Traum – in einer großen Patisserie zu arbeiten – hat sich also erfüllt!